"Vertrauen aufzubauen dauert Jahre, es zu zerstören Sekunden, und es wiederherzustellen ewig.“
"Vertrauen beginnt mit der Wahrheit und endet mit der Wahrheit."
(Santosh Kalwar)
Der Ursprung menschlichen Vertrauens
Die evolutiven Wurzeln menschlichen Vertrauens: Empirische Einblicke von Schimpansen
Vertrauen ist für den Aufbau und die Aufrechterhaltung sozialer und kooperativer Beziehungen unerlässlich. Bislang ist jedoch nur wenig über die Ursprünge und die evolutionäre Entwicklung des menschlichen Vertrauens bekannt, und die wenigen vorhandenen Studien liefern keine eindeutigen Ergebnisse.
Daher untersuchen wir die Evolution des Vertrauens, indem wir uns auf einen der nächsten lebenden Verwandten des Menschen konzentrieren: den Schimpansen.
Ein Ziel unseres langfristigen, systematischen Forschungsprojekts zur Evolution des Vertrauens ist es, quantitative Daten über soziale Interaktionen von Schimpansen in freier Wildbahn zu sammeln und zu analysieren. Wir untersuchen, ob und in welcher Form Vertrauen bei Menschenaffen eine Rolle spielt und welchen Einfluss soziale Interaktionen, wie z.B. das Teilen von Nahrung oder die Konfliktlösung, auf das Vertrauen haben.
Das von April 2026 bis März 2029 laufende Projekt wird von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur gefördert.
Medizinische Kognition
Medizinische Praktiken sind tief in der Geschichte und Kultur der Menschheit verwurzelt, wobei die ersten Hinweise möglicherweise bis zu den Hominiden des Mittelpaläolithikums zurückreichen. Die Vielfalt der verwendeten organischen Stoffe ist enorm und reicht von Pflanzen und pflanzlichem Material bis hin zu Insekten und tierischen Stoffen, die zu prophylaktischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.
Medizinische Praktiken umfassen sowohl selbstmedikamentöse Verhaltensweisen, bei denen Individuen Substanzen einnehmen oder anwenden, die ihnen Linderung verschaffen und Krankheiten vorbeugen, als auch kooperative, altruistisch-medizinische Verhaltensweisen, bei denen Helfer keinen unmittelbaren Nutzen daraus ziehen und die unterstützten Individuen nicht mit ihnen verwandt sind. Sie werden mit hochkomplexen kognitiven Fähigkeiten in Verbindung gebracht, wie sozialem Lernen, bewusster Entscheidungsfindung, Zukunftsplanung und Empathie – einem kognitiven Instrumentarium, das als medizinische Kognition bezeichnet wird.
Die Datenbank „ManyMedications“ zielt darauf ab, Forscher zu vernetzen, die sich für selbst- und fremdmedizinisches Verhalten bei Tieren interessieren, mit besonderem Schwerpunkt auf medizinischer Kognition, Wundversorgung, der Nutzung externer Substanzen (z. B. Pflanzen, Tiere, Erde) und den damit einhergehenden sozialen Verhaltensweisen. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.
Das Projekt "Turn-taking"


Die menschliche Sprache stützt sich auf eine universelle Infrastruktur - den kooperativen Sprecherwechsel - welcher als uralter Mechanismus zur Überbrückung der Kluft zwischen der artikulierten menschlichen Spezies und ihren unartikulierten Vettern, den Primaten, angesehen wird.
Wir wissen jedoch bemerkenswert wenig über die Turn-Taking-Systeme von nicht-menschlichen Primaten, und methodische Probleme haben einen aussagekräftigen artenübergreifenden Vergleich oft verhindert.
Das Projekt „Taking turns: The ‘missing’ link in language evolution?“ wurde durch einen ERC-Consolidator-Grant der EU finanziert und lieferte den ersten strengen Test dafür, ob kooperativer Sprachwechsel eine einzigartige menschliche Eigenschaft ist, in der Primatenlinie vererbt wurde oder sich bei verschiedenen Arten unabhängig voneinander entwickelt hat.





